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"Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen! " (Johann Wolfgang von Goethe)

Der Weg ist das Ziel!

Mittelamerika. Jeder hat schon mal davon gehört aber so richtig einordnen können es nur die Wenigsten. Zunächst einmal ist Mittelamerika nicht Südamerika. Klingt im ersten Moment logisch, wird aber nur all zu gerne in einen Topf geworfen. Dabei lassen sich Mittel- und Südamerika geografisch noch am besten voneinander abgrenzen, zumal es auf dem schmalen Landstück zwischen Panama (Mittelamerika) und Kolumbien (Südamerika) noch nicht einmal eine Überlandverbindung gibt. Etwas anders sieht das Ganze an der Grenze zu Nordamerika aus, da im allgemeinen Sprachgebrauch viel Uneinigkeit darüber herrscht ob Mexiko nun ein Teil Mittel- oder Nordamerikas ist. Übrigens auch darüber ob Mittelamerika selbst nicht ein Teil Nordamerikas ist. Um das Ganze ein wenig abzukürzen: Für mein Verständnis besteht Mittelamerika aus den sieben Ländern (Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama) die ich auch bereisen werde.

Meine Reise beginnt mit einem 1-monatigen Aufenthalt in Guatemala. In Antigua, einer alten Kolonialstadt rund 30 km von Guatemala City entfernt, lebe ich die ersten drei Wochen meiner Reise bei einer Gastfamilie und erhalte in einer der zahlreichen Sprachschulen Unterricht. Von dort aus werde ich auch das klein(st)e Land El Salvador besuchen, bevor ich mich in meiner letzten Woche Richtung Norden, an der berühmten Maya-Stätte "Tikal" vorbei, nach Belize bewege. 

Great Blue Hole / Belize (Quelle: www.charterworld.com)

Great Blue Hole / Belize (Quelle: www.charterworld.com)

Belize* (ausgesprochen: "Beliis") ist das einzige Land Mittelamerikas, das keinen direkten Zugang zum Pazifik hat - dafür aber umsomehr Karibikküste! Hier am zweitgrößten Barrier Reef der Welt, habe ich dann hoffentlich endlich die Möglichkeit, mich auch eine Weile unter Wasser zu bewegen und das berühmte "Great Blue Hole" zu betauchen. Nach ein wenig "Insel-Hopping" in Belize führt mich meine Reise schließlich zu einer Inselgruppe im Norden von Honduras - den "Islas de la Bahia", Hier auf der Insel Roatan verbringe ich zunächst einmal Weihnachten, begrüße das neue Jahr und gönne mir eine kleine Auszeit vom Reisealltag.
Anschließend erwartet mich Honduras als ein Land dessen (schlechter) Ruf ihm vorauseilt, aber dennoch eine faire Chance verdient. Armut, Korruption und die höchste Mordrate der Welt sind die traurigen Fakten, die dieses Land begleiten. Wie
ausgeprägt ich das Festland von Honduras erkunden werde, mache ich schließlich von der verbleibenden Reisezeit und natürlich den örtlichen Gegebenheiten abhängig. In jedem Fall führt mich mein Weg einmal quer durch dieses Land, vorbei an seiner Hauptstadt Tegucigalpa, in Richtung Süden nach Nicaragua.

Der Lago de Nicaragua ist mit seinen über 8.000 km² der größte See Mittelamerikas und sogar der zweitgrößte ganz Lateinamerikas! Inmitten dieses Sees befindet sich die Insel Ometepe, die für eine Weile mein zu Hause sein wird. Sofern es die Zeit zulässt, bewege ich mich in den weniger erschlossenen Osten des Landes nach Bluefields, für einen Abstecher auf die Corn Islands. Hier verspricht man sich eine Menge karibischer Ursprünglichkeit, die ich nur allzugerne kennenlernen möchte, bevor ich mich wieder auf das Festland und weiter in Richtung Süden bewege.

Corn Island / Nicaragua

Corn Island / Nicaragua (Quelle: www.mondayorsomething.wordpress.com)

Im Vergleich zu den Ländern die ich bis hierhin bereist und gesehen habe, ist das nächste Ziel meiner Reise touristisch erschlossener. Costa Rica legt sehr viel Wert auf den Erhalt der verbleibenden ursprünglichen Flora und Fauna (rund 1/3 des Landes steht unter Naturschtuz!) und hat den Ökotourismus als wichtige Einnahmequelle für sich entdeckt. Die "Reiche Küste" hat darüber hinaus eine Vielzahl an Nationalparks zu bieten, die zahlreiche Pflanzen und Tierarten beheimaten wie z.B. Brüllaffen, Krokodile, Aras, Schildkröten uvm. Aber Costa Rica ist nicht nur seinen Nachbarn in puncto Nachhaltigkeit um einiges voraus. Das Land besitzt zudem bereits seit 1949, als eines der wenigen Länder auf der Welt, kein eigenes Militär mehr und zeigt damit den vermeintlich "hochentwickelten" Staaten dieser Welt, dass es auch ohne geht.  

Als letztes Ziel meiner Reise bleibt Panama zu bennen und dürfte den meisten Menschen ein Begriff sein. Mit Panama-Stadt, der ältesten Stadt Lateinamerikas und dem Panama-Kanal ist das Land, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern Mittelamerikas, auch international bekannt. Neben den gerade erwähnten Highlights interessiere ich mich insbesondere für die Region Bocas del Toro mit ihren atemberaubenden Stränden und die San Blas Inseln (heute "Guna Yala"), die immer noch autonom von den Kuna-Indianern und ihren Stammesführern bewohnt und verwaltet werden. Dort erhoffe ich mir einmalige Einblicke in den Lebensstil dieser Menschen. Mit ein paar letzten Tagen in Panama endet meine Reise und ich bin sicher, dass ich mich dann schon sehr auf zu Hause freue!

*British Honduras heißt heute "Belize" - Die Karte ist von 1973